Kwaabuette School of African Music and Dance
Die Kwaabuette School of African Music and Dance liegt mitten im Zentrum von Accra, im Stadtteil Osu, direkt an der Osu Klottey Lagune und nur wenige Schritte von der Atlantikküste entfernt. Seit 1997 ist sie hier ein besonderer Ort für traditionelle Musik und Tanz und eine feste Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft, Musikerinnen und Musiker sowie Menschen aus Ghana und vielen anderen Ländern.
Gründer, Leiter und bis heute das Herz von Kwaabuette ist Nii Adjarh Torto. Schon lange vor der Gründung der Schule war er als Musiker, Tänzer und Lehrer aktiv. Bereits in den 1980er-Jahren gründete er die Kwaabuette Cultural Troupe, mit der er traditionelle ghanaische Musik und Tänze aufführte, weiterentwickelte und an jüngere Generationen vermittelte.
Der Name Kwaabuette bedeutet „Regenbogen“. Wie die unterschiedlichen Farben eines Regenbogens sollen hier Menschen verschiedener Herkunft und Kulturen zusammenkommen. Diese Idee prägt Kwaabuette bis heute: Traditionen bewahren und weitergeben, voneinander lernen und gleichzeitig offen für neue Ideen und Begegnungen sein.

Tradition weitergeben und Neues schaffen
Musik wird bei Kwaabuette nicht als etwas Starres verstanden. Kinder und Jugendliche lernen traditionelle Rhythmen, Tänze und Lieder aus Ghana und anderen Teilen Westafrikas kennen – und werden gleichzeitig ermutigt, eigene Choreografien und neue Ausdrucksformen zu entwickeln.
Dabei gehören Trommeln, Perkussion, Gesang, Klatschen, Bewegung und Tanz zusammen. Einen besonderen Stellenwert hat Kpanlogo, eine Musik- und Tanztradition der Ga aus Greater Accra. Hinzu kommen weitere Traditionen der Ga und Ewe sowie musikalische Einflüsse aus anderen Regionen Ghanas und Westafrikas.
Zum Instrumentarium gehören Kpanlogo-Trommeln und weitere traditionelle ghanaische Trommeln, Basstrommeln, Talking Drums, Djembe, Glocken, Rasseln, Xylophon und andere Perkussionsinstrumente. Je nach Instrument werden die Trommeln mit den Händen oder mit Stöcken gespielt.

Nii Adjarh Torto – Musiker, Tänzer und Lehrer
Nii Adjarh Torto, vielen auch unter seinem Spitznamen „Senegal“ bekannt, ist Gründer und Leiter von Kwaabuette. Er wuchs in Osu in einer Familie auf, in der traditionelle Musik, Tanz, Rituale und kulturelles Wissen zum Alltag gehörten. Seine Großmutter war traditionelle Priesterin der Osu Klottey Lagune, direkt am Meer.
Nii Adjarh ist Trommler, Tänzer und Lehrer. Auf seinen Reisen durch Westafrika vertiefte er sein musikalisches Wissen und sammelte vielfältige Erfahrungen. Während eines längeren Aufenthalts im Senegal beschäftigte er sich intensiv mit der Djembe und den dortigen Musiktraditionen – daher stammt auch sein Spitzname.
Über Jahrzehnte hinweg unterrichtete er Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Ghana und Europa. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit lag dabei stets auf der musikalischen und tänzerischen Förderung von Kindern und Menschen mit geistiger Behinderung. Bereits seit den 1990er-Jahren engagierte er sich zudem im Umfeld der Special Olympics und arbeitete mit zahlreichen Schulen und Bildungseinrichtungen zusammen.
Sein Wissen reicht weit über einzelne Trommelrhythmen hinaus. Traditionelle Lieder, Tänze und Rhythmen erzählen Geschichten und begleiten besondere Ereignisse im Leben einer Gemeinschaft. Auch rituelle und spirituelle Musik sowie die Sprache der Trommeln gehören zu dem Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde.
Mit der Kwaabuette Cultural Troupe trat Nii Adjarh in Ghana und international auf. Gleichzeitig blieb die Weitergabe dieses Wissens an Kinder und Jugendliche immer ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit.

Von den Anfängen zur langjährigen Partnerschaft
Nach vielen Jahren musikalischer Arbeit mit der Kwaabuette Cultural Troupe entstand 1997 die Kwaabuette School of African Music and Dance an der Osu Klottey Lagune. Der Aufbau eines eigenen Ortes für Musik, Tanz und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wurde zunächst durch die Unterstützung zweier Familien aus den USA ermöglicht.
Ab 1998 unterstützte Claas Wiechmann aus Deutschland die Schule zunächst privat. Aus der persönlichen Begegnung mit Nii Adjarh Torto entwickelte sich über viele Jahre eine enge Freundschaft und kontinuierliche Zusammenarbeit.
Mit der Gründung von Claas Wiechmann und Roots e.V. im Jahr 2007 erhielt diese langjährige Unterstützung einen institutionellen Rahmen. Seitdem fördert Ankwa Roots insbesondere den Musik- und Tanzunterricht für Kinder und Jugendliche und ist heute der wichtigste Förderpartner von Kwaabuette.
Als das ursprüngliche Holzgebäude nach vielen Jahren in der feuchten und salzhaltigen Umgebung der Lagune stark beschädigt war und schließlich einzustürzen drohte, begann 2014 der vollständige Wiederaufbau der Schule. Das alte Gebäude wurde vorsichtig abgebaut und auf einem stabilen Fundament neu errichtet. Finanziert wurde der Neubau vor allem durch Spenden und Unterstützung von Ankwa Roots, während viele Menschen vor Ort mit großem persönlichen Einsatz an den Arbeiten beteiligt waren. 2019 konnte der Wiederaufbau abgeschlossen werden.











Musik, Tanz und Umweltbildung heute
Auch die Umgebung von Kwaabuette hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Die Osu Klottey Lagoon ist heute dicht besiedelt, und Abfälle und Umweltverschmutzung stellen die Menschen vor große Herausforderungen. Besonders sichtbar wird das Problem dort, wo das Wasser der Lagune schließlich in den Atlantik fließt.
Der Schutz dieser unmittelbaren Umgebung beschäftigt Kwaabuette schon seit vielen Jahren. Heute verbinden sich deshalb Musik, Tanz, kreative Bildung und Umweltschutz immer stärker miteinander.
Jeden Sonntag finden kostenlose kreative Workshops für Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft statt. Gemeinsam wird gemalt, gebaut, gelernt, musiziert und getanzt. Die Kinder beschäftigen sich dabei spielerisch mit Abfall, Recycling, Natur und dem Schutz ihrer eigenen Umgebung.















