Unsere Wurzeln

The Roots – Unsere gemeinsamen Wurzeln

Die Geschichte von Ankwa-Roots und Won Bee Ga, Ba! begann lange bevor die Organisationen ihre heutigen Namen erhielten. Ihre gemeinsamen Wurzeln liegen in der Begegnung von Menschen, die Kunst, traditionelle Musik, Spiritualität, gemeinschaftliches Leben und den Respekt vor der Natur miteinander verbanden.

Eine zentrale Persönlichkeit dieser Geschichte war Kpakbo Adotey, genannt Tohojo. Er gehörte zu den ersten Menschen, die begannen, das Strandgebiet am heutigen Ananse Beach, hinter dem traditionellen Fischerhafen von Jamestown und nahe den heiligen Felsen von Osikan, zu gestalten und zu einem lebendigen Ort der Begegnung zu machen. Diese erste Bucht liegt am Übergang zwischen der Altstadt von Jamestown und Accra Central.

Um ihn herum entstand eine Gemeinschaft von Künstlern und anderen Menschen, die dort gemeinsam lebten, arbeiteten und ihre Ideen verwirklichten. Daraus entwickelte sich das Künstlerkollektiv Ananse.

Kpakbo Adotey war tief in den spirituellen Traditionen seiner Heimat verwurzelt. Er kannte die rituelle Musik, die überlieferten Zeremonien, traditionelle Naturheilmittel sowie die Geschichte der Priester, Familien und traditionellen Königsfamilien Accras. Die heiligen Felsen, das Meer und der dortige Schrein waren Teil dieser spirituellen Welt. Für ihn gehörten Natur, Kultur, Spiritualität und gemeinschaftliches Leben untrennbar zusammen.

Claas Wiechmann aus Deutschland lernte ihn während seiner ersten Aufenthalte in Ghana kennen und wurde Teil dieser Gemeinschaft. Durch Kpakbo Adotey erhielt er einen tiefen Einblick in die traditionelle Welt der Ga, ihre Familienstrukturen, ihre spirituellen Überlieferungen und ihre besondere Beziehung zur Natur.

Aus dieser Begegnung entwickelten sich eine enge Freundschaft und eine langjährige Zusammenarbeit. Claas unterstützte das Künstlerkollektiv beim Aufbau von Werkstätten und gemeinschaftlich genutzten Räumen und half dabei, den Ort weiterzuentwickeln – zunächst durch privates Engagement und später gemeinsam mit dem 2007 gegründeten Verein Ankwa-Roots e. V.

Das gemeinsame Umweltbewusstsein spielte dabei schon früh eine wichtige Rolle. Bereits damals wurde der Strand regelmäßig gepflegt, Abfall eingesammelt und gemeinsame Aufräumaktionen organisiert. Seit etwa 2010 beobachteten wir jedoch eine drastische Zunahme der Abfallmengen, die durch das Meer an die Küste gespült wurden. Der Schutz dieses besonderen Ortes wurde dadurch zu einer immer größeren Herausforderung. Schon von Anfang an war er eng mit dem gemeinschaftlichen Leben, der Kunst und den kulturellen Traditionen verbunden.

Kpakbo Adotey verstarb 2007 viel zu früh. Seine Ideen und sein Verständnis von Natur, Kultur und Gemeinschaft leben jedoch in der Arbeit der Menschen weiter, die diesen Ort über viele Jahre geprägt und weiterentwickelt haben.

Eine weitere wichtige Persönlichkeit dieser gemeinsamen Geschichte ist Nii Adjarh Torto, der Cousin von Kpakbo Adotey und Gründer der Kwaabuette School of African Music and Dance in Osu.

Die beiden Künstlergemeinschaften Ananse in Jamestown und Kwaabuette in Osu waren über viele Jahre eng miteinander verbunden. Musiker, Tänzer, Künstler und Freunde begegneten sich, arbeiteten zusammen und engagierten sich für ihre Umgebung. So entstand über die Jahre ein gemeinsames Netzwerk, das die beiden Enden des Küstenabschnitts miteinander verband.

Aus diesen kulturellen und gemeinschaftlichen Wurzeln, den frühen Strandaufräumaktionen und dem wachsenden Umweltbewusstsein entwickelte sich später die Initiative Won Bee Ga, Ba! Mit Solomon Okuley Tetteh, Claas Wiechmann und vielen weiteren engagierten Menschen aus den lokalen Gemeinschaften wurde die Umweltarbeit zunehmend organisiert und ausgebaut.

Im Jahr 2025 wurde das Won Bee Ga, Ba! Development Project schließlich als eigenständige ghanaische Non-Profit-Organisation (NPO) registriert.

Was damals mit Kunst, Musik, Spiritualität, Freundschaft und dem gemeinsamen Schutz eines kleinen Strandabschnitts begann, ist heute eine Initiative, die sich für den Schutz der Wasserwege, Lagunen und der gesamten Küste Accras einsetzt.

One Love. One Ocean.